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Zwischen Grünflächen, Fußballplatz und Hochhäusern liegt ein Ort, der auf den ersten Blick unscheinbar wirkt – und doch voller Leben steckt. Hinter einem Zaun am Ladenbeker Furtweg stehen grüne Kisten, aus denen ein leises Summen dringt. Unzählige Bienen schwirren durch die Luft. Mittendrinn im Gewimmel: Florian Parlow. Seit vier Jahren engagiert sich der Hobbyimker für rund 200.000 Bienen, die auf einem von der SAGA bereitgestellten Grundstück ihr Zuhause gefunden haben.
An diesem Nachmittag hat Florian Parlow wieder seine Honigschleuder aufgebaut. Neugierige Kinder stehen bereits vor dem Zaun. In seinem weißen Imkeranzug und viel Ruhe nähert sich Florian Parlow einem der Bienenstöcke. Langsam hebt er eine Wabe nach der anderen heraus. Er bewegt sich bedacht, ohne Hast. Die Waben glänzen golden, sind dicht besetzt mit summenden Bienen, die sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ein paar Jungs vom Bolzplatz bleiben stehen, schauen rüber, zögern. „Das wäre ja mein letzter Tag, wenn ich da hingehe“, sagt einer und grinst. Der Imker kennt das Spiel: „Je näher die Kinder kommen, desto ruhiger werden sie“, sagt er. „Dieser Moment ist schön zu beobachten, wenn aus Coolness echter Respekt wird“, sagt er. Für Florian Parlow sind das die besonderen Momente: Begegnung, Lernen, Miteinander.
Die Imkerei in Bergedorf-West ist Teil eines wachsenden Projekts bei der SAGA: Seit dem ersten Bienenstandort 2017 in Rahlstedt-Ost siedelt das Unternehmen Bienenvölker an mehreren Orten in Hamburg an. Inzwischen summt es in Barmbek, Neuwiedenthal und Oldenfelde. Bergedorf ist nicht nur dabei, sondern wächst weiter: Am Friedrich-Frank-Bogen ist ein zweiter Standort mit vier weiteren Völkern hinzugekommen.
Und das aus gutem Grund. Denn Bienen leisten auch in der Stadt wertvolle Arbeit: Sie bestäuben Blühpflanzen in Gärten, auf Balkonen und Grünstreifen – und fördern so die Artenvielfalt mitten im urbanen Raum. Ohne ihre Bestäubungsleitung gäbe es deutlich weniger Obst, Gemüse und Wildkräuter – selbst Apfelbäume, wie sie nur ein paar Straßen weiter am Ladenbeker Furtweg stehen, würden ohne die summenden Helfer kaum Früchte tragen.
Mit den frisch entnommenen Waben geht es für Florian Parlow weiter in einen Gemeinschaftsraum im Quartier, den die SAGA für die Bienensprechstunde zur Verfügung stellt. In der Mitte steht bereits die silberne Honigschleuder, darunter ein Eimer mit einem Sieb. Vor der Tür wird es etwas wuselig. Eine Kindergartengruppe ist angekommen. „Kommt gerne rein“, sagt er.
Kaum stehen die Kinder im Raum, sprudeln die Fragen. „Ist Honig eigentlich Bienenkacke?“, ruft ein Kind. Florian Parlow lacht. „Nicht ganz – aber Spucke kommt schon eher hin“. Mit großer Geduld erklärt er, wie Bienen Nektar sammeln, weitergeben, eindicken – bis Honig entsteht. Neben ihm kümmert sich sein Freund Matze um die Entdeckelung der Waben. Mit einer speziellen Gabel hebt er vorsichtig die Wachsschicht ab. „Dürfen wir das anfassen?“, fragt ein Kind und zeigt auf das Wachs. „Klar“, sagt Florian Parlow, „aber das klebt“.
Wie er selbst zur Imkerei gekommen ist? „In einem Wort? Corona“, sagt er. Damals habe er einfach ein sinnvolles Hobby gesucht. „Etwas, das mit Natur zu tun hat, draußen ist. Und so kam ich zu den Bienen“. Was ihn seither fasziniert: das Zusammenspiel im Bienenvolk. „Jede Biene weiß, was sie zu tun hat. Jede trägt seinen Teil bei. Und das funktioniert – einfach so“ Inzwischen betreut er fünf Völker am Ladenbeker Furtweg und vier weitere am Friedrich-Frank-Bogen. In der Hochsaison pflegt er über 400.000 Bienen. „Am Anfang habe ich alles über YouTube gelernt“, erzählt er. „Ich dachte, ich wüsste schon viel – bis ich mit einem erfahrenen Imker unterwegs war. Der hat mir alles gezeigt. In echt ist das nochmal ganz anders.“
Dann kommt der Moment, auf den alle gewartet haben: Die Waben kommen in die Schleuder. Der Honig wird durch die Drehung aus den Zellen gelöst. Goldgelb läuft es die Wand entlang. Der Raum füllt sich mit einem süßen Duft. Als er den Hahn öffnet, fließt die zähe Flüssigkeit durch ein Sieb in den Eimer. Der Imker verteilt kleine Holzlöffel. Dann wird probiert. „Und, wie schmeckts?“, fragt er. Ein Kind streckt kommentarlos den Daumen nach oben.